bildhauerei


KUNST-AKTION KANTPARKSTÄMME DER Cubus KUNsthalle in Duisburg 2017

Initiatorin der Aktion war Frau Dr. Claudia Schäfer cubus kunsthalle.

 http://www.cubus-kunsthalle.de/

 

Aus großer Betroffenheit über die umfangreichen Baumfällungen im Immanuel-Kant-Park hat sie diese Kunst-Aktion initiiert. Unter Mithilfe des Künstlers Roger Löcherbach gelang es ihr 11 Künstlerinnen und Künstler für diese Kunst-Aktion zu gewinnen.

Dokumentation: Heinz Kuhlen 

 

Zur Vorgeschichte

In den letzten Jahren gelangte der im Innenstadtbereich liegende Immanuel-Kant-Park immer mehr in die Negativ-Schlagzeilen. Ursache waren und sind u.a.: Vernachlässigung der Baum- und Park-Pflege, Vandalismus und Kriminalität., Entstehung einer Drogen- und Trinker-Szene mit vielen negativen Begleiterscheinungen.

Aufgrund dieser Negativ-Situation kamen aus der Bürgerschaft schon vor Jahren, Mahnungen an die Stadt Duisburg, den Immanuel-Kant-Park als zentrale, innerstädtische Grünanlage durch eine verbesserte Pflege bzw. Neugestaltung wieder aufzuwerten und den Bürgern die verloren gegangene Lebensqualität zurückzugeben.

In einem Planungsverfahren von 2015/16 mit 4 Planungsbüros und unter Bürgerbeteiligung wurde der Park neu geplant und durch eine Jury der Entwurf des Büros Vogt (Berlin) zur Realisierung prämiert.

Obwohl bei den Planungsgesprächen immer der Erhalt des alten Baum-Bestandes vorrangig diskutiert wurde, war die Enttäuschung gewaltig, als bekannt wurde, dass von den 454 Bäumen 120 Bäume gefällt werden sollten. Das entsprach zirka 1/4 des Baumbestandes im Park.

Als diese Zahl in den Medien bekannt wurde reagierte und protestierte die Bürgerschaft heftig und es gelang ihr durch Proteste, die Anzahl der zu fällenden Bäume auf 92 zu reduzieren.

Erst mit Beginn der Baumfällungen im Februar 2017 wurde der große Verlust am alten Baumbestand ersichtlich, zumal auch fast der gesamte Strauchbestand gerodet wurde.

Der Anblick gefällter Bäume und gerodeter Flächen war für Frau Dr. Claudia Schäfer der Anlass, im Rahmen einer Kunst-Aktion, dem Park einige Bäume, als Kunstwerke zurückzugeben. Diese Dokumentation zeigt die gefällten Bäume, die ursprünglichen Baum-Standorte und stellt die beteiligten Künstlerinnen und Künstler bei der Schaffung ihrer Kunstwerke vor.

Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für die freundliche Zusammenarbeit.

Mohamad al Natour (Bildhauer, Restaurator, Kunst-workshops)

lebt und arbeitet in Duisburg, Heimat Syrien

Kontakt:      http://www.cubus-kunsthalle.de/

 

2005-2008  Bildhauerische Ausbildung am High Institut of Fine Art,

                    Hochschule der bildenden Künste, Damaskus

 

Skulptur:     Der Hass und die Liebe 

 

Baum-Art:   Linde, ca. 128 cm x 25 cm x 29 cm 

Wolfgang Bittner ( Freischaffender kÜNSTLER, Bildhauer, Maler)

lebt und arbeitet in Duisburg      http://www.atelierbittner.de/

 

Künstlerische Ausbildung

Prof. H. Seiss, Wien             Zeichnen, Bildgestaltung, experimentelle Malerei 

Günter Sponheuer, Essen   Ölmalerei 

Friedrich Dörfler, Köln        Freie Malerei

Prof. G. Gschwendtner, Salzburg   Aktmalerei 

Thomas Torkler, EKA-Trier Aktmodellieren, Abgusstechniken in Gips, Beton   

 

Skulptur:        Zu Berg. Zu Tal

 

Baum-Art:       Atlas-Zeder, Stahl, ca 178 cm x 45 cm

Arno Bortz (Freischaffender Künstler, Skulpturen, Holz, Stahl)

lebt und arbeitet in Duisburg www.arnobortz.de

 

Skulpturen:         ohne Titel

 

Baum-Arten:        Rosskastanie, Berg-Ahorn     

Chinmayo und Hektor Troyali (Künstlergemeinschaft)

Chinmayo lebt und arbeitet in Duisburg, (Freischaffender Künstler)

Bildhauersymposien in Weissenseifen bei Albrecht Klauer-Simonis

 

Hektor Troyali lebt und arbeitet in Duisburg, (Zeichner, Maler, Ton-Skulpturen) 

Skulptur:        Baum sei Dank

                      sitting silently, doing nothing, liegender Baum als Sitzmöglichkeit

 

Baum-Art:     Berg-Ahorn, 250 cm x 35 cm 

Till Hausmann (Bildhauer, Freischaffender Künstler

lebt und arbeitet in Düsseldorf     www.tillhausmann.de/

 

1974-1982 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Alfons Hüppi,

Meisterschüler und Staatsexamen 

 

Skulptur:        Duisburger Alphorn

                      "Ceci n`est pas une pipe"

 

Baum-Art:      Berg-Ahorn, geflämmt, ca. 370 cm, 2017

Angela Hiss (Skulptur, Zeichnung, Video)

lebt und arbeitet in Düsseldorf       www.angela-hiss.de

 

1993-1999   Studium der freien Kunst, Gesamthochschule Kassel

1997             Studienaufenthalt, Central Saint Martins, College of Art Design, London

1999-2000   Meisterschülerin, Gesamthochschule Kassel

2001-2002   Master of Art, Chelsea College of Art und Design, London

 

Skulptur:       Stehn im ew´gen Wirbelgang,

                     Der Titel entstammt dem Gedicht "Laura am Klavier" von Friedrich Schiller 

                     

Baum-Art:     Silber-Ahorn, 570 cm, Acrylfarbe, 2017 

Mila Langbehn (Freischaffende Künstlerin, Land-Art)

lebt und arbeitet in Duisburg 1989-1995 Studium Garten- und Landschafts-Architektur, UNI-GH Essen    www.daslichtgruenekleid.de

 

1995-2003 Gartenarchitektin in Essen und Aschaffenburg

2003-2005 Fahrrad-Weltreise mit Kunstprojekt "Weltenbäume"

seit 2006    freischaffende Künstlerin und Freiraum-Gestalterin

 

Land-Art:    Hortus connexus

                   mehrteilige Land-Art-Installation im Kant-Park

                   an drei Baumstümpfen (Eibe, Farnblättrige Buche, Hänge-Buche)

                   und einer großen durch Protest erhaltenen Hänge-Buche

 

Sand, lackierter Stahldraht, farbige Holz-Häcksel

Flächen ca. 35 bis 50 Quadratmeter

Länge der roten Linie ca. 45 Meter

Roger Löcherbach (Freischaffender Künstler)

lebt und arbeitet in Essen  www.rogerloecherbach.de

 

1985-1997 Studium Kunst und Latein an der Johann-Gutenberg-Universität Mainz

bei Prof. Ansgar Nierhoff

Lehrerausbildung und Tätigkeit in Düsseldorf und Duisburg 

 

Skulptur:     Mondschein im Park

                    250 cm x 70 cm

Baum-Art:    Platane , farbig gefasst

Marco Morosin

lebt und arbeitet in Duisburg  www.marcomorosin.de

 

1995-1998   Ausbildung zum Steinmetz

1996-2000   künstlerische Ausbildung bei Hans-Jürgen Vorsatz, Duisburg

2000-2005   Objekt-Design, Studium FH Niederrhein Krefeld

 

Skulptur:       Relikt 2017

                     55 cm x 50 cm x 280 cm

Baum-Art:     Silberlinde

Gudrun Schuster (Bildhauerin, Freischaffende Künstlerin)

lebt in Neuss und arbeitet in Düsseldorf  www.schuster-kunst.de/

 

1993 Studienabschluss mit Diplom bei Prof. Ansgar Nierhoff

Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz

 

Skulptur:        Lebensraum

                      140 cm x 30 cm x 100 cm

 

Baum-Art:      Diverse Hölzer verschiedener Baum-Arten (Birke, Platane, Silber-Ahorn)

 


Menashe Kadishman "Negativbäume"

Achtteilige Skulpturengruppe aus Stahlblech. Standort Duisburg-Wedau, Bertasee. Installation 1974 im Besitz des Lehmbruck-Museums. Originalaufnahmen von Heinz Kuhlen, 2008, vor dem Bau des Seehauses. Solarisierte Impressionen 2015

 


Professor Karl Killer "Die roten Figuren"

Die "Roten Figuren" von Professor Karl Killer in der Bad Wildunger Wandelhalle

Die acht“ Roten Figuren“ wurden 1928/29 von dem Münchener Bildhauer Professor Karl Killer (1873-1948) zur Ausgestaltung des Trink- und Konzertsaales der damals neuen Wandelhalle geschaffen. Die Plastiken bestehen aus verleimten Lindenholzteilen, die durch drei verschiedene Anstriche, die unterschiedlich intensiv aufgetragen wurden, das gewünschte terrakotta-ähnliche Erscheinungsbild erhielten.

Die überlebensgroßen Holzbildwerke belebten die Wandsegmente des Saales zwischen den Tür- und Fensteröffnungen. Durch schlichte Holzpodeste überhöht positioniert betonten sie die Höhe und die lichte, klare Weite des festlichen Saales. Sicherlich war es die Absicht des Künstlers, dass der Betrachter der Bildwerke, um sich mit ihnen auseinandersetzen zu können, zu diesen hinaufschauen musste.

Die allegorischen Darstellungen zeigen Herbst, das Echo, die Quelle, Sommer, Winter, Frühling, den Morgen und die Nacht. Nach Abbruch des alten Saales wurden die Figuren im gläsernen Anbau der Wandelhalle von 1959 nicht mehr aufgestellt. Seitdem erlebten sie eine wahre Odyssee. Zunächst standen sie entlang des teilüberdachten Wandelgangs der Königsquelle, wo sie Wind und Wetter ausgesetzt waren. Dann kamen sie ins feuchte Lapidarium von Schloss Friedrichsstein. Es folgten weitere Lagerorte, bis 1988 die „Gemeinschaft der Freunde Schloss Friedrichsstein“ auf eigene Kosten zwei Figuren von einem anerkannte Restaurator wieder herrichten ließ. Diese wurden wieder im Foyer der Wandelhalle aufgestellt. Die anderen Figuren konnten erst im Jahre 2003 mit Hilfe der Holzfachschule restauriert werden. Zur Museumsnacht 2011 wird die Gruppe erstmals seit 50 Jahren wieder komplett präsentiert.

Als Professor Karl Killer 1928 den Auftrag zur figürlichen Ausschmückung der Bad Wildunger Wandelhalle übernahm, stand er auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Er war an der Akademie der bildenden Künste in München auf den Lehrstuhl für kirchliche Plastik berufen und galt als einer der führenden Bildhauer profaner und sakraler Kunst des Münchener Kreises. Er schuf u.a. den Fortunabrunnen am Isartor in München und die plastische Ausschmückung der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Bad Wiessee. Weitere Werke stehen in Salzburg, Darmstadt, Bad Dürkheim und Offenbach In Bad Wildungen hat Karl Killer sicherlich sein umfangreichstes profanes Werk hinterlassen.

 

Text auf einer Informationstafel in der Bad Wildunger Wandelhalle

 


Adam und eva am Duisburger Rathaus

Fridolin Dietsche

Das von dem Karlsruher Architekten Prof. Friedrich Ratzel im klassizistischen Stil erbaute Rathaus, weist an den Seiten des Bogendurchganges zum Burgplatz Figuren von Adam und Eva auf. Diese Figuren waren von Prof. Fridolin Dietsche modelliert und von den Bildhauern Carnas und Ruland ausgeführt worden. Die in gebückter Haltung die Paradies-Bäume umschlingenden Adam und Eva sind der Formensprache des Jugendstils ausgeführt. Diese, sich stilistisch von dem Klassizismus abgrenzende Figurengruppe, erregte um 1900 die Gemüter der Stadtväter und führte zu Diskussionen. So diskutierten die Stadtverordneten darüber, welche Beziehung Adam und Eva mit dem Duisburger Rathaus hätten und verlangten über den Oberbürgermeister Karl Lehr eine Klärung des Architekten Ratzel. In einem Antwortschreiben weist Ratzel darauf hin, … „daß ohne Zuthun dieser beiden edeln Menschen das Rathaus zu Duisburg kaum notwendig geworden wäre.“