Ailanthus altissima (MILL)  SWINGLE       Drüsiger Götterbaum    

Auf dem Parkgelände befinden sich noch weitere 5 Drüsige Götterbäume. Diese weisen eine große Anzahl der unterschiedlichsten Wachstums-Erscheinungen in Habitus, Stamm, Astwerk, Knospen, Blättern und Früchten auf. Die verwendeten Fotos beziehen sich also nicht nur auf einen Baum sondern sie zeigen hier die Vielfalt von insgesamt 6 Bäumen einer Baumart. 

 

NAMEN

 

 

 

SYSTEMATIK

 

 

 

HEIMAT

 

VERBREITUNG

 

 

LEBENSRAUM

Botanischer Name: Ailanthus altissima (MILL) Swingle

Trivialname:           Drüsiger Götterbaum,

                               Chinesischer Götterbaum

 

Familie:   Bitterholzgewächse, Simaroubaceae 

Gattung:  Götterbäume,  Ailanthus

Art:          Drüsiger Götterbaum,   Ailanthus altissima 

 

Mittel- und Nord-China, nördl. Vietnam

 

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts Verbreitung der Art in anderen Teilen Asiens sowie in Europa, Amerika, Afrika und Australien. Invasive Verbreitung in urbanen Bereichen.

 

In montanen Bereichen bis 1000 Meter Höhe vorkommend.


HABITUS

Der Drüsige Götterbaum erreicht Höhen bis zu 25 Meter. Auf optimalen Standorten kann er 27-30 Meter Höhe erreichen. Er gilt als raschwüchsigster Baum Europas. Mitunter kommt eine Mehr-Stämmigkeit vor. Die Krone ist breit ausladend mit kräftigen, malerisch geschwungenen Kronen-Ästen. Je nach Standort-Faktoren schwankt das Alter zwischen 50 bis 100 Jahre.

STAMM/ASTWERK

Der Stamm entwickelt sich vom Wurzelanlauf beginnend, oftmals konisch, wächst dann jedoch walzenförmig weiter. Der Stamm-Durchmesser kann bis 1 Meter betragen. Vom Kronen-Ansatz entwickeln sich kräftige Äste. Das Wachstum aus Seiten-Knospen führt zu einer unregelmäßigen Krone. Nach ca. 10 bis 15 Jahren kommt es zu einem Wechsel in der Art der Verzweigung. Das weitere Wachstum wird dann von Seiten-Ästen übernommen, dies führt zu einer geringeren Verzweigung des Astwerks innerhalb der Krone.

RINDE/BORKE

Farbe und Struktur von Rinde und Borke wechseln je nach Entwicklungsstadium und Alter. Das Spektrum reicht von frisch-grün, samtig fein behaart (1-jährige Jahrestriebe) über braun, rötlich-braun, matt glänzend (mehrjährige Triebe) bis zu einer graubraunen, fein-rissigen, längs gestreiften, fast glatten Borke an Altholz. Mit zunehmenden Alter entsteht ein Netz-Borke. Bei jüngeren Trieben finden sich neben ausgeprägten Lentizellen sehr markante, große Blattnarben. Dazu kommen noch eine Vielzahl unterschiedlichster Erscheinungen wie z. B. Bewuchs, Narben und  Schadbilder.  

KNOSPEN

Die Knospen sind relativ klein und überragen die Rinde halbkugelig, in nur 1-2 mm Höhe . Geschützt werden die Knospen durch 2 feine behaarte, braune Knospen-Schuppen. 

BLÄTTER

Ein besonderes Charakteristikum des Drüsigen Götterbaumes sind die unpaarig gefiederten, gegenständig angeordneten, großen Blätter. Ein Blatt kann bis zu 1 m lang und 30 cm breit werden. An Schösslingen kommen sogar Blattlängen bis 1,3 m vor. An einem Einzelblatt befinden sich bis zu 30 Stück, 10 cm lange Fiederblättchen. Diese glattrandigen Fiederblättchen tragen am Blattgrund an 1 bis 2 Blattrand-Zähnen kleine, rundliche Drüsen, die sogenannten „Extrafloralen Nektarien“. Diese Drüsen sind namens-gebend für den deutschen Namen. Zerreibt man die Blätter so verströmen sie einen unangenehmen Geruch. Bei intensiver Berührung mit den Blättern kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Die Blätter sind auf der Oberseite schwach glänzend, dunkelgrün und auf der Unterseite graugrün, leicht behaart. Eine Herbstfärbung ist nicht sonderlich ausgeprägt. Beim Abwurf des Laubes fallen zunächst die kleinen Fiederblättchen und erst später die Blattspindel ab. Nach dem Abwurf der Blattspindel zeigen sich an den Zweigen sehr große Blattnarben.  

BLÜTEN

Die gelbgrünen Blüten des Drüsigen Götterbaumes erscheinen Ende Mai in endständigen, bis 20 cm großen, reich verzweigten Rispen. Die Haupt-Blütezeit ist in den Monaten Juni/Juli. Dabei verströmen die Blüten einen unangenehmen Duft. Die 7 bis 8 mm große Einzelblüte ist unscheinbar, zwittrig oder eingeschlechtlich. Meistens herrscht jedoch Zweihäusigkeit vor, d.h. es gibt nur männliche oder weibliche Bäume. Eine Bestäubung erfolgt durch Insekten, vorwiegend durch Bienen.

FRÜCHTE/SAMEN

Aus den reich verzweigten Blüten-Rispen der weiblichen Bäume entwickeln sich nach der Befruchtung Fruchtstände mit vielen geflügelten, eschen-ähnlichen Früchten.  Die einzelnen, einsamigen Früchte sind schmal, länglich, bis 5 cm lang und bis 15 mm breit. Der Samen ist rundum mit einer pergamentartigen Haut geflügelt. Im Laufe der Fruchtentwicklung und je nach Sonneneinwirkung wechselt die Farbe von gelbgrün über gelb, lachsfarben bis braun. Es sind vor allem die lachsfarbenen Fruchtstände, welche die weiblichen Bäume im Sommer besonders attraktiv aussehen lassen. Als sogenannte „Wintersteher“ haften die einzelnen Flügelnüsse bis in das Frühjahr an den Zweigen und werden dann durch Windeinwirkung als sogenannte „Plattendrehflieger“ bis zu 500 Meter weit verweht.

EIGENSCHAFTEN

Der Drüsige Götterbaum weist eine Vielfalt positiver wie negativer Eigenschaften auf. Hier einige der bemerkenswertesten Eigenschaften in Text und Bild:

Hohe Populations-Dynamik, welche dem Drüsigen Götterbaum den Status eines „Invasiven Neophyten“ bescherten. Die generative Vermehrung durch Samen ist gekennzeichnet durch ein frühes Fruchten. So beginnt die Fähigkeit zu Blühen bereits ab dem 5. Lebensjahr des Baumes. Mit zunehmendem Alter steigert sich die Samen-Produktion. Bei einem Baum von mittlerer Höhe kommen bis ca. 650 Fruchtstände mit bis zu 325 000 Einzel-Früchten vor. Die Verbreitung der Früchte erfolgt durch Windeinwirkung. Die vegetative Vermehrung durch Wurzelbrut ermöglicht es dem Baum schnell und effektiv Wurzelgeflechte zu bilden und Flächen zu schnell zu begrünen.  

Schnellwüchsigkeit, bereits ein Jahr nach Keimung des Samen kann ein einjähriger Schössling entstehen und dieser bis zu einer Höhe von 2 Meter heranwachsen. In den ersten 10 Jahren erfolgt das größte Höhenwachstum. Stockausschläge aus Wurzelbrut erreichen mit bis zu 3 Meter im Jahr die höchste Zuwachsrate.

 

Anspruchslosigkeit und Toleranz an Standort-Bedingungen, gegen Trockenheit, Salz, Schadstoffe, Immissionen, Herbizide, wenig frostempfindlich. Gute Anpassung an Stadtklima.

 

Allergien auslösend, Pollen, Blüten, und Rinde besitzen Allergene, welche Kontakt-Allergien auslösen können. Intensiver Kontakt mit Inhalts-Stoffen der Blätter und des Holzes sowie Sägemehl können toxische Reaktionen hervorrufen.

 

Allelopathische Wirkung, durch Ausscheidungen keim-hemmender Substanzen unterdrückt der Drüsige Götterbaum die Keimung anderer Pflanzenarten.

 

Futterpflanze Die Blätter dienen dem Ailanthus-Spinner als Futterpflanze. Aus dem Kokon lässt sich Seide spinnen, welche haltbarer und preisgünstiger ist, als die übliche Seide aus Maulbeerbaumblättern.

 

Dekorativer Parkbaum durch die Blätter und die farblich auffallenden Fruchtstände.